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Möhlin bewegt

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Rheinsalinen

Mit der Saline Riburg findet sich bei Möhlin ein Unternehmen mit reicher Tradition. Genau genommen liegt sie zwar auf Rheinfelder Boden, benannt wurde sie aber nach einem Ortsteil von Möhlin und gehört daher irgendwie trotzdem zum Dorf der drei Kirchen. Die Saline Riburg ist Teil der Schweizer Rheinsalinen – eine Firma, deren Geschichte in die Zeit der Industrialisierung zurückreicht, nämlich ins Jahr 1837.
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Seit rund 170 Jahren also gewinnt das Unternehmen Salz. Ein lebenswichtiger und vielseitig genutzter Rohstoff. Salz stellte denn auch eine der zentralen Ressourcen der Chemiefirmen in und um Basel dar. Ausserdem ermöglichte es erst die Badekultur in Rheinfelden sowie anderer Schweizer Solebädern.

Gab es anfangs vier privat geführte Salinen, die in Konkurrenz zueinander standen, verschmolzen diese anno 1909 zum einem Betrieb. Heute befinden sich die Schweizer Rheinsalinen im Besitz der Kantone (ausser dem Kanton Waadt, welcher in der Saline Bex selbst Salz abbaut), des Fürstentums Liechtenstein und der Südsalz GmbH München.

In den Salinen Schweizerhalle und Riburg gewinnt das Unternehmen jährlich nicht weniger als 400 000 bis 500 000 Tonnen Salz. Hierzu bohrt man die bis zu 400 Meter unter der Erdoberfläche gelegene Salzschicht des Ur-Meers an, löst sie mit Hilfe von Wasser auf und dampft anschliessend die Salzlösung (Sole) in der Saline wieder ein. Durch diesen Prozess entstehen reines Salz und als Nebenprodukte Wasser, Gips und Kalk. Übrigens: Das Salz aus dem Ur-Meer ist tatsächlich uralt – die ältesten bekannten Steinsalze sind vor mehr als 600 Millionen Jahren entstanden.

Das Unternehmen mit seinen 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern macht einen Jahresumsatz von 60 bis 70 Millionen Franken. Zustande kommt dieser durch den Verkauf von Speisesalz – das bekannte «JuraSel» –, das einen Anteil von 9 Prozent (in Tonnen) ausmacht. Daneben produzieren die Schweizer Rheinsalinen Landwirtschaftssalz («Swissbloc», 5 Prozent), Industrie- und Gewerbesalze (20 bis 25 Prozent), Wasserenthärter-Regeneriersalze («Reosal», 8 Prozent), Auftausalze (20 bis 45 Prozent), Sole und Badesalz («Actisal», 3 Prozent) sowie Fremdprodukte (6 Prozent).

Die Saline Riburg ist also von nationaler Bedeutung. Schliesslich stellt sie ja auch lebenswichtige Produkte her, denn bekanntlich braucht der Mensch ein gewisses Quantum Salz, um gesund zu bleiben. Was Wunder also, dass das weisse Gold und seine Förderstätte auch für Möhlin von besonderer Bedeutung sind. Und dies gleich in zweifacher Hinsicht: Mit dem im August 2005 in Betrieb genommenen Saldome verfügt man über ein einmaliges modernes Industriebauwerk. Mit einer Höhe von 31 Metern und einem Durchmesser von 93 Metern ist der Saldome der grösste Kuppelbau der Schweiz. Gelagert werden in diesem Gebäude nicht weniger als 80 000 Tonnen Salz. Dank der Inbetriebnahme des Saldomes konnten die Schweizer Rheinsalinen ihre Lagerkapazität auf ungefähr 150 000 Tonnen verdoppeln – was ungefähr dem anderthalbfachen Jahresbedarf entspricht. Gleich neben dem supermodernen Bauwerk steht sozusagen die Geschichte. Dort befinden sich nämlich historische Bohrtürme.

 

Führungen durch die Salinen Schweizerhalle und Riburg können über Tel. 061–825 51 51 (Mo bis Fr 7.30-12 Uhr) vereinbart werden. Der Rundgang dauert ungefährt eineinhalb Stunden. Der Eintritt beträgt 5 Franken oder eine Mindestpauschale von 50 Franken pro Führung, Lehrlinge und Schulen bezahlen nichts. Beide Salinen sind NICHT rollstuhlgängig.

Die Salzkammer
In Schweizerhalle BL unterhalten die Schweizer Rheinsalinen ein Museum mit Namen «Die Salzkammer». Es befindet sich in der Villa, welche um 1860 an Stelle des Pumpenhauses über des ersten beiden Soleförderstellen von Otto von Glenck errichtet wurde, dem Sohn des Salinengründers.

Im Museum erfahren die Besucherinnen und Besucher alles über das Salz, die Geschichte seiner Gewinnung und Verarbeitung. Zu bewundern gibt es auch einen original aufgebauten, aus Riggisberg BE stammenden Salzladen. Bin in die 60er-Jahre nämlich wurde das Salz ausschliesslich in kantonalen Salzfaktoreien oder Salz-Ausgabestellen verkauft.

Interessant ist auch das Museumsgebäude selbst. Weil der Untergrund geologisch schwierig ist, präsentiert sich die Villa ziemlich schief. Nicht zu Unrecht sprechen die Betreiber daher vom wohl schrägsten Museum der Schweiz.

Auskunft und Anmeldung über die Telefonnummer 061–825 51 51 (Mo bis Fr 7.30–12 Uhr). Das Museum ist NICHT rollstuhlgängig.

Das Bohrhaus

Im Park des Kurzentrums Rheinfelden steht das Bohrhaus Nr. 6, welches ursprünglich in der Saline Riburg seinen Dienst tat. Heute beherbergt das historische Gebäude ein kleines Museum, welches über Geschichte und Gewinnung des Salzes sowie über die Badekultur in Rheinfelden informiert.

Das Bohrhaus ist Mittwoch, Freitag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist gratis. Weitere Auskünfte über Tel. 061–836 66 11.

Das Salz des Lebens
Piktogramm der 3 Kirchen von Möhlin